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Neu: Testbericht XENON 2

FOTOGALERIE

TESTBERICHT

XENON 2 R, RT, RST / CelierAviation/ Frankreich-Polen

"Best Light Sport Aircraft of the Year 2007" (US-UL-Auszeichnung)

Entwicklung des XENON 2:

Der Konstrukteur des XENON 2, der Franzose Raphael Celier, baute bereits in den 90er-Jahren Jahren einsitzige Experimental-Tragschrauber bis er in die Entwicklungsabteilung der NASA wechselte.

Im Jahr 2000 begann Celier - unterstützt von Investoren - mit der Entwicklung des XENON mit dem Ziel den ersten geschlossenen Langstrecken-UL-Tragschrauber in fast reiner CfK/GfK-Bauweise herzustellen. Die Entwicklungskosten betrugen rund 500.000.- €.

Die ersten Prototypen wurden mit einem Hirth-Flugmotor ausgerüstet, der Celier nach einem 3-jährigen Testprogramm jedoch letztendlich nicht überzeugen konnte sodass die weiteren Prototypen mit ROTAX-Motoren ausgestattet wurden.

Von besonderem Interesse für Piloten ist vor allem das Sicherheitskonzept/die passive Sicherheit des Fluggerätes: basierend auf Computersimulationen hat Celier die Pilotenzelle sicherheitstechnisch auf den Stand moderner Formel-1-Cockpits gebracht, was durch zwei "Praxistests" eindrucksvoll bestätigt werden konnte. Beim Versuch einen Prototypen senkrecht zu landen setzte in 50m Höhe der Hirth-Motor aus und der Prototyp schlug mit gemessenen 10 G auf, der Testpilot blieb (bis auf ein paar blaue Flecken) vollständig unverletzt. Der Reparaturschaden betrug 7.000.- €

Anfang 2007 siedelte Celier sein Werk "CelierAviation" in der Nähe von Warschau an wo nun die XENON 2 Modelle vom Band laufen. 

Bauprinzipien und Handling des XENON 2 - PRAXISTEST:

(unsere Tests haben wir ausschliesslich im 2 Personenbetrieb mit maximal zulässigem Startgewicht nach US-UL-Gewichtslimit von 550 kg in Polen durchgeführt; Flugbedingungen am Testtag: 30°C Lufttemperatur, 80% Luftfeuchte, 20 km/h Seitenwind auf der Startbahn; getestete Modelle: von unserem Testpiloten Max Sdouz ein zufällig ausgewählter XENON 2 R und XENON 2 RST aus der aktuellen Produktion ohne vorherige flugtechnische Feinabstimmung durch den Hersteller)

Komfort: Der XENON 2 ist ein geschlossener side-by-side Tragschrauber mit abnehmbaren Cockpittüren für den Sommerbetrieb,  einer serienmässigen automatischen Heizung für den Winterbetrieb, exzellenter Schalldämmung und einem  luxuriösen Platzangebot für Pilot und Passagier, die in einer ergonomischen Bestuhlung Platz nehmen die selbst die Economy-Class von Linienflugzeugen nicht bieten kann.

Die komfortablen ergonomisch geformten Sitze für Pilot und Passagier bieten eine optimal entspannte langstreckentaugliche Sitzhaltung und exzellenten Sitzkomfort und Seitenhalt und sind je nach Körpergrösse individuell einstellbar, die Kopffreiheit der Kabine lässt auch Piloten jenseits von 1,90m bequem Platz nehmen. 

Die grosszügig verglasten Panorama-Fenster lassen in jeder Flugsituation freien Blick nach vorne, den Seiten und auf den Rotor und Boden zu. 

Staufächer unter dem Sitz, in der Mittelkonsole und hinter den Sitzen ermöglichen die Mitnahme von Gepäck für eine entspannte Urlaubswoche.

Dank der nahezu vollständigen Vibrationsfreiheit bei Reisegeschwindigkeiten bis 150 km/h steigen Pilot und Passagier auch nach einem fünfstündigen Dauerflug entspannt aus.

Bedienung/Steuerung: Die Steuerelemente sind ergonomisch angeordnet, exakt und leicht bedienbar und "fallen" dem Piloten förmlich "in die Hand" sodass vor allem der Start fast automatisch abläuft. Ein weiterer grosser Vorteil des side-by-side Konzepts ist, dass die Bedienung sowohl vom linken als auch rechten Pilotensitz gleichermassen erfolgen kann sodass der XENON sowohl für rechts- als auch linkshändige Piloten optimal konfiguriert werden bzw. bei Schulungen der Fluglehrer seinen Schüler direkt an der Hand führen kann. 

Celier hat bewusst auf fehleranfällige und unpräzise pneumatische oder hydraulische Steuerelemente verzichtet und bauleichte ausfallsichere mechanische Lösungen entwickelt:

Hauptfahrwerksbremse: Das Hauptfahrwerk wird effektiv und präzise über eine hydraulische Doppelbackenbremse verzögert. Der Bremshebel, der wahlweise am linken oder rechten Steuerknüppel montiert werden kann, ist leichtgängig und exakt dosierbar und kann über einen verschleissfreien Druckzapfen arretiert und durch einfaches Anziehen des Bremshebels automatisch wieder gelöst werden. Eine Fehlbedienung ist praktisch nicht möglich.

Taxiing (Rollen am Boden): der niedrige Schwerpunkt, der Radstand von 220 cm und das Bugrad mit grosszügigem Nachlauf lassen Rollgeschwindigkeiten (mit stehendem Rotor in Längsrichtung) von bis zu von uns getesteten 100 km/h auf einer Betonpiste zu ohne dass Nervosität aufkommt. Auf Grasstartpisten fühlt man sich bis 50 km/h wohl, die Dämpfungseigenschaften des Fahrwerks und der Sitze sind sehr rückenschonend. Der Wendekreis beträgt knapp unter 5m.  

Prerotation: Die Prerotatorwelle wird zuerst durch einen elektrisch aktivierten Hubzapfen in den Zahnkranz des Rotors eingekuppelt und anschliessend der Prerotator bei ca. 1.800 U/min Motordrehzahl leichtgängig eingekuppelt. Bei Erreichen von ca. 60-80 U/min Rotordrehzahl wird der Prerotatorhebel mit erstaunlich wenig notwendiger Handkraft vollständig angezogen und die Motordrehzahl langsam erhöht bis der Rotor 250 -290 U/min Drehzahl erreicht. Nun wird der Prerotator ausgekuppelt wobei das Vorschieben des Prerotatorhebels automatisch den Hubzapfen deaktiviert. Dabei kann die Prerotator-Motor-Steuereinheit sowohl von links als auch rechts gleichermassen einfach und präzise mit einer Hand bedient werden.

Start: Nach Lösen der Hauptfahrwerksbremse durch einen einfachen Zug am Bremshebel und Anziehen des Steuerknüppels kann bereits Vollgas gegeben werden und bereits nach wenigen Metern hebt sich die Nase des XENON.

In der Basisversion XENON 2 R mit dem Rotax 912 (100 PS) erfolgt das Abheben sehr zügig und überschaubar wie von Magni- oder ELA/MT03-Tragschraubern gewohnt, in der Topversion XENON 2 RST mit Turbo-Rotax (122 PS) möchte der XENON förmlich senkrecht aufsteigen, deshalb ist bei diesem Spitzenmodell ein deutlicher Druck am Stick nach vorne nötig bis die optimale Abhebegeschwindigkeit nach 20-30 m erreicht ist.

Flug: Das Fliegen erledigt der XENON 2 (fast) von alleine. Dank perfekter Balance der Rotorkopf-, Mast- und Steuergestängegeometrie behält der XENON 2 stets seine neutrale Fluglage und ist auch durch Seitenwind und thermische Böen nicht aus der Ruhe und seiner Fluglage zu bringen. Bis zur Reisegeschwindigkeit von 150 km/h zeigt er keinerlei Kipptendenz nach rechts oder links und lässt dem Piloten viel Zeit den Stick loszulassen, die überwältigende Rundumsicht zu geniessen und Fotoserien zu schiessen. Der Grund für die beispielhafte Richtungsstabilität, die PPO-Sicherheit und die perfekte Balance sind im Box-Tail-Leitwerk (stets im unverwirbelten Luftstrom), der Propellerschubachse, die exakt durch das CG (Massenschwerpunkt) führt, und die Konzentration der Massen (Motor, Passagiere, Tank, Gepäck) direkt am Rotormast zu suchen, ein Vorteil der Side-by-Side - Bauweise.

Vibrationen sind vom Start weg bis zum Erreichen der Reisegeschwindigkeit von 150 km/h nicht spürbar, die Eigen-Bewegungen des Steuerknüppels fehlen gänzlich oder bemessen sich nach Millimetern und sind sanft.Erst über 150 km/h machen sich zarte Vibrationen bemerkbar.

Trimmung: genial ist der Trimmechanismus: sobald die gewünschte Maximalgeschwindigkeit erreicht ist wird ein Seilzug hinter dem Gashebel in selbstarretierende Klemmbacken eingehängt. Nun kann die Trimmgeschwindigkeit durch Zug am Seil verringert werden. In der Praxis muss bei annähernd gleichbleibender Zuladung kaum nachgetrimmt werden, die VReise bleibt stabil. 

Der Schallpegel in der Kabine ist ist erstaunlich niedrig und lässt auch ohne Kopfhörer/Intercom ein Gespräch mit erhobener Stimme zu.

Völlig ungewohnt für einen ausschliesslich offene Tandem-Tragschrauber gewohnten Gyro-Piloten ist die Sitzposition seitlich der Mittelachse und die verzichtbaren Luftströmungen um den behelmten Kopf. Um dem Umsteiger von offenen Tandem-Gyros eine Hilfestellung für präzises Fliegen zu geben ist in die Mittelkonsole ein Slip-Indikator eingebaut.

Gesteuert wird der XENON 2 fast ausschliesslich über den Stick. Das sehr leichtgängige, direkte und präzise Seitenruder wird im Reiseflug selten und auch dann nur durch leichtes Antippen benötigt aber entfaltet bei Grenzmanövern (720 °-Spiralen, Slippen, Banking bei für diese Manöver lt. Betriebshandbuch erlaubten max. 100 km/h) seine brachiale Wirkung. Der Grund: die beiden Leitwerksflossen des mächtigen Box-Tail-Leitwerks liegen im stärksten unverwirbelten Luftstrom des Propellers und werden auch bei Motorstillstand und ausreichender Vorwärtsfahrt verwirbelungsfrei angeströmt.

Der XENON bietet sowohl bei spektakulären Manövern in der Platzrunde als auch im Reiseflug eine perfekte Performance.

Landung: Die Landung erfolgt wie bei allen UL-Tragschraubern mit einer Anfluggeschwindigkeit von ca. 100 km/h. Der XENON lässt sich präzise auf den Punkt landen wobei das "Lifting-Body-Konzept" (die Kabine erzeugt im Flug ca. 7 % des Gesamt-Auftriebs) und den dadurch verstärkten Bodeneffekt vor dem Aufsetzen sehr weiche Landungen auch für Ungeübte ermöglicht.

Unsaubere Seitenwindlandungen mit schrägem Aufsetzen  bzw. Bugrad aus der Spur korrigiert der XENON allein dank grosszügigem Nachlauf, grosser Spurweite (220 cm) und sehr niedrigem Schwerpunkt. Ein Landeumkipper wird mit dem XENON schwer fallen und sollte es trotzdem gelingen: Raphael Celier beziffert den maximal anrichtbaren Schaden auf 7.000.- € Reparaturkosten, Verletzungen von Pilot und Passagier sind höchst unwahrscheinlich dank der stabilen Kabine.

Nach fünf Stunden ununterbrochenen Testflügen konnte ich ohne schmerzende Oberschenkel und Rücken (samt Verlängerung) aus dem XENON 2 aussteigen. Als Magni-Pilot ist man ja was Komfort, Sicherheit, Flugverhalten und Vibrationsarmut betrifft sehr verwöhnt, aber der XENON 2 kann locker mithalten und setzt - da er eine geschlossene Kabine hat - neue Massstäbe im Gyrobau.

Raphael Celier selbst war nicht ganz so zufrieden und meinte es wären noch einige Stunden Feinabstimmung nötig bis die geflogenen XENON an die Kunden ausgeliefert werden. 

Besichtigung der Fertigungsstätten von Celieraviation:

Komponenten des XENON 2:

Kabine/Rotormast/Box-Tail-Leitwerk/Radschuhe (ab 2008 erhältlich) werden extern nach den Spezifikationen von Raphael Celier von einer auf Composite-Fertigung spezialisierten Firma mit 40 Jahren Erfahrung im Bau von Hochseeyachten und Rennyachten angefertigt und angeliefert.

Fahrwerksteile/Leitwerkholme/Steuerstangen werden von einem renommierten Flugzeughersteller aus Luftfahrtaluminium hergestellt und ebenfalls zugeliefert.

Die Rotorblätter stammen vom französischen Hersteller AIRCOPTER, der für seine Qualitätsrotoren bekannt ist. Die Garantie auf die Rotorblätter beträgt 10.000 Betriebsstunden. Standardmässig werden 8.4m - Rotoren verbaut, gegen Aufpreis sind auch 8.8m - Rotoren erhältlich (für kurze Startbahnen über 2000 m/permanent hohes Abfluggewicht etc.; die Vmay wird durch die längeren Rotorblätter allerdings um 20 km/h reduziert)

Der Rotorkopf wird auf den hauseigenen CNC-Fräsmaschinen aus vollen Alublöcken gefräst und nach Strukturprüfung zusammengebaut.

Am Wareneingang werden alle Teile einer Qualitätskontrolle unterzogen und nach Bestehen der Kontrolle mit der Produktionsnummer des XENON versehen. Damit lässt sich auch noch nach Jahren jedes Bauteil zurückverfolgen.

An der derzeitigen Produktionsstätte können zeitgleich sechs XENON montiert werden, aufgrund der grossen Nachfrage und der Tatsache, dass die aktuelle Produktion bereits bis Februar 2008 ausverkauft ist (hpts. USA) ist die Übersiedelung in eine grössere Betriebsstätte geplant.

Die Montage erfolgt nach einem mehrere Seiten starken Protokoll und jeder Montageschritt muss von dem verantwortlichen Monteur dokumentiert und gegengezeichnet werden. Die Fertigungstoleranzen wurden von Raphael Celier sehr eng gesteckt.

Bei genauer Untersuchung und Vermessungen der aktuellen Baureihe konnte eine Fertigungsqualität wie im Motorrad- oder Automobil-Serienbau festgestellt werden.

Nicht ohne Stolz konnte Raphael Celier am Ende der Werksbesichtigung ein Schreiben der amerikanischen FAA vorlegen, das besagt, dass für die Zulassung von UL-Tragschraubern nach den neuen Light-Sport-Aircraft - Zulassungsverfahren in den USA der XENON als Massstab für die Fertigungsqualität und passive Sicherheit gilt.

Ausstattungsdetails/ Kosten XENON- Modelle R, RT und RST

Die genauen Details, Ausstattungsvarianten und Preise entnehmen Sie bitte der Homepage des Herstellers:

 Herstellerlink: http://www.celieraviation.eu/

(Der Test wurde durchgeführt von unserem Piloten Max Sdouz, 48 Jahre, Tragschrauberpilot auf Magni seit 2002, ca. 600 Flugstunden)  

 

Impressum: Marion Amon GmbH, Steinbruchgasse 24, 7062 St. Margarethen/Berg - Bgld., Tel: +43 2680 20003; Geschäftsführerin: Dr. Margit Winterleitner, CD: Marion Amon, FN: 172082m


Die umfassende theoretische Ausbildung: das digitale Lehrbuch mit Animationen und Videosequenzen (2. Auflage)

 

 

 

XENON 2

XENON 2

XENON 2

XENON 2

ergonomische Komfortsitze

Feststellbarer Bremshebel für Hauptfahrwerksbremse direkt am Steuerknüppel

hydraulische Doppelbacken - Scheibenbremse

elektrische Prerotatorkupplung

Rotorkopf

ergonomisch perfekte Einhandbedienung bei der Prerotation

Die RST-Version erlaubt extrem kurze Startstrecken trotz maximaler Zuladung

Das Box-Tail-Leitwerk mit zwei wirkungsvollen Seitenrudern wird stets unverwirbelt angeströmt.

 

 

 

 

Anlieferung der Komponenten und Qualitätskontrolle

Montage des Motors

Montage der Steuerung

Die Tanks befinden sich seitlich am Rotormast

Montage der Prärotatormechnik motorseits

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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